Tipp

Schimmelbildung vermeiden

Schimmel im Wohnraum ist nicht nur unansehnlich, sondern stellt auch ein gesundheitliches Risiko dar. Wir zeigen Ihnen, was Sie dagegen tun können und mit welchen Tipps es erst gar nicht zu einer Schimmelbildung kommt.

Wie kommt der Schimmel in die Wohnung?

Schimmelpilze bilden zur Verbreitung und Fortpflanzung Sporen aus. Diese sind winzig und werden über die Luft übertragen. Sie sind ständiger Bestandteil der Außenluft. Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze. In Wohnungen lagern sich die Sporen vor allem an feuchten Wänden ab und lassen dort den Schimmel wachsen. Ob beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen: Feuchtigkeit entsteht in jedem normalen Haushalt täglich. Bei einem Vierpersonenhaushalt kommen pro Tag bis zu zehn Liter zusammen.

Diese wird in der Raumluft gespeichert, wobei warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kältere. Trifft warme, feuchte Raumluft an kalte Stellen, wie z. B. Außenwände, dann kondensiert die Luftfeuchtigkeit und es bilden sich nasse Stellen. Hier siedeln sich rasch Schimmelpilze an und vermehren sich. Je weiter sich der Schimmel ausbreitet, umso schwieriger ist eine nachhaltige Entfernung.Vor allem Räume wie Küche und Badezimmer sind sehr anfällig für Schimmel. Feuchte Wände können aber grundsätzlich überall auftreten und zum Problem werden.

Hauptursachen für Schimmel sind:

  • undichte Stellen an Dächern und Fenster, Risse im Mauerwerk
  • falsche oder schlechte Isolierung
  • falsches Heizen und Lüften

Bei vorhandenen Baumängeln hilft verständlicherweise nur das Beheben dieser gegen die Schimmelbildung. Für alle anderen Fälle können Sie mit unseren Tipps erfolgreich vorbeugen:

Hand öffnet Fenster

©ivan4es - stock.adobe.com

So vermeiden Sie Schimmelbildung

Lüften senkt die Luftfeuchtigkeit

Die beste Hilfe gegen Schimmel ist regelmäßiges und ausreichendes Lüften - auch im Winter. Mit der warmen, verbrauchten Luft wird auch die Feuchtigkeit nach draußen abgegeben und kühlere, trockene Luft gelangt im Gegenzug ins Innere. Dabei gilt: Je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ist, umso stärker ist der Austausch der Luft.

Richtig Lüften - so funktioniert's

Fenster kippen und zugleich heizen? Keine gute Idee. Wer richtig lüftet, beugt nicht nur Schimmel vor, sondern spart gleichzeitig Energie. Hier die wichtigsten Tipps:

  • "Quer lüften": Die besten Resultate erzielen Sie, wenn Sie „quer lüften“. Das bedeutet, Sie öffnen möglichst gegenüberliegende Fenster und erzeugen so einen Zug. Wichtig ist, dass Sie die Fenster komplett aufmachen und nicht nur kippen.
  • Drei bis vier Mal täglich stoßlüften: Abhängig von der Jahreszeit genügen in den Wintermonaten rund 5 Minuten, im Herbst und Frühling sollten es etwa 10 bis 15 Minuten sein und in den warmen Sommermonaten bis zu 30 Minuten.
  • Tipp: Wenn Sie genau wissen wollen, wie feucht die Luft in Ihren Räumen ist, dann können Sie das mit einem Hygrometer überprüfen. In Wohnräumen sollte die Feuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent liegen. Liegt der Wert über 60 Prozent, müssen Sie handeln.

Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit 

In manchen Räumen kann in kurzer Zeit besonders viel Feuchtigkeit anfallen. Wenn die relative Luftfeuchte - zum Beispiel in der Küche oder im Bad - schnell ansteigt, heißt es: schnell und intensiv lüften! Entfernen Sie im Bad zusätzlich das Wasser von Wänden und Boden. Auch auf textile Vorhänge sollten Sie im im Badezimmer besser verzichten.

Trocknen Sie Ihre Wäsche in der Wohnung? Dadurch nimmt die Luft auch sehr viel Feuchtigkeit auf. Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen Wäscheplatz oder Trockenraum zu verwenden, sollten Sie darauf ausweichen. Muss die Wäsche in der Wohnung getrocknet werden, dann lüften Sie währenddessen unbedingt. Kippen Sie in dieser Zeit das Fenster und halten Sie die Zimmertür geschlossen.

Richtiges Heizen

Neben dem richtigen Lüften ist das richtige Heizen ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Schimmelbildung. Grundsätzlich sollten alle Räume der Wohnung, auch jene, die vielleicht unbenutzt sind, mindestens 16 °C aufweisen. Es ist nicht sinnvoll, einzelne Zimmer unbeheizt zu lassen und durch die offenstehende Tür mitbeheizen zu lassen. Wenn die wärmere Luft in den unbeheizten Raum hineinströmt, sorgt dies für ein feucht-warmes Klima - die ideale Voraussetzung für Schimmelsporen.

Zusätzlich gilt: Je niedriger die Raumtemperatur ist, umso häufiger muss gelüftet werden. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, als kalte. Je kühler die Luft ist, umso schneller kommt es zu Kondensation und feuchten Wänden.

Tipps für die Einrichtung - so vermeiden Sie Wärmebrücken

Schimmel tritt an den kältesten Oberflächen der Wohnungen auf, den sogenannten Wärmebrücken. Diese befinden sich vor allem bei Fenstern, in den Ecken und an den Wandflächen hinter Schränken und Bildern. Mit einer Wärmebildkamera können sie sichtbar gemacht und aufgespürt werden. Stehen Möbel dicht an den Wänden, fehlt außerdem die Belüftung und die Schimmelbildung wird zusätzlich begünstigt. Sorgen Sie für einen Abstand zwischen Einrichtungsgegenständen und Wand von mindestens fünf bis zehn Zentimetern. Dann kann die Luft zuverlässig zirkulieren. Bei Bildern können zwischen Rahmen und Wand kleine Korkstücke gesteckt werden.

Wärmedämmung dank Rollläden

Eine gute Dämmung von außen erhöht die Oberflächentemperaturen und senkt so das Schimmelrisiko. Bei Wärmebrücken bei Fenstern sind Rollläden hilfreich. Der geschlossene Rollladenpanzer verbessert die Wärmedämmung vor der Fensterscheibe und beugt so der Schimmelbildung vor. 

Hand mit Gummihandschuh und Reinigungsflasche bei Schimmelbildung

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Was tun, wenn sich Schimmel gebildet hat?

Sollten Sie bereits Schimmel in Ihren Wohnräumen gefunden haben, dann müssen Sie ihn unbedingt entfernen. Er erzeugt nicht nur schlechte Gerüche, sondern kann auch Schäden am Verputz oder an Fugen verursachen. Außerdem steht er im Verdacht, Allergien und Erkrankungen der Atemwege auslösen zu können.

Oberflächlichen Schimmel entfernen

Sitzt der Schimmel auf Wand, Tapete oder Fliesen, dann entfernen Sie ihn mit drei- bis vierprozentiger Essigessenz, mit alkoholhaltigen Reinigungsmitteln (80 Prozent Ethanol), mit Wasserstoffperoxid (fünf bis zehn Prozent), mit Sodalösung (5 Prozent) oder Spiritus. Befallene Fugen müssen Sie komplett entfernen und erneuern. Für tiefersitzendem Schimmel sollten Sie zu hochprozentigem Alkohol oder Chlorreiniger greifen.
Tragen Sie beim Arbeiten einen Mundschutz!

Wenn der Schimmel entfernt ist, dann achten Sie besonders darauf, alle Maßnahmen zu treffen, damit er nicht wiederkehrt!

 

Quelle Titelbild: Copyright andrei310 - stock.adobe.com

Schimmel vermeiden: Alles auf einen Blick

  • Schimmel kann Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen.
  • Schimmel ensteht vor allem in Räumen mit viel Feuchtigkeit und Nässe.
  • Richtiges Lüften kann die Luftfeuchtigkeit verringern.
  • Jeder Raum in der Wohnung sollte mindestens 16°C aufweisen.
  • Je kälter die Raumtemperatur, desto öfter sollten Sie lüften. 
  • Oberflächlicher Schimmel muss vollständig entfernt werden.
  • Rollläden verbessern die Wärmedämmung und beugen so einer Schimmelbildung vor.
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