Tipp

Förderung für Sonnenschutz

Aktiv gegen die Folgen des Klimawandels: Verschattungsoffensive in Wien und Niederösterreich

Der Klimawandel bewirkt, dass wir pro Jahr immer mehr Hitzetage erleben. Vor allem in Städten werden die hohen Temperaturen zum Problem. Mit der Förderung von Sonnenschutz soll für die Bewohner Abhilfe geschaffen werden.

Die Klimakrise ist in aller Munde. Vor allem im Sommer steigen die Temperaturen häufiger über die 30 Grad Marke, man spricht dann von Hitzetagen. Im städtischen Bereich staut sich die Wärme aufgrund dichter Bebauung und fehlender Grünflächen. Zusätzlich speichern Asphalt, Dachflächen und Beton die Hitze des Tages und geben sie nachts wieder ab. Die Bewohner leiden unter den hohen Temperaturen. Sie können sich in den Tropennächten nicht erholen und sind tagsüber nicht leistungsfähig.

Wien sorgt für Schatten!

In Österreichs größter Stadt Wien wurde deshalb die sogenannte „Verschattungsoffensive“ gestartet, initiiert von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal und Bürgermeister Michael Ludwig. Damit soll im Rahmen verschiedener Maßnahmen zum aktiven Klimaschutz die Lebensqualität der StadtbewohnerInnen verbessert werden. Mit der Aktion wird auch die Nachrüstung von Sonnenschutz an Fenstern und Balkontüren gefördert. Grundgedanke der Verschattungsoffensive ist, dass sich Wohnräume erst gar nicht aufheizen sollen. Dann braucht man auch keine energieintensiven und umweltschädlichen Kühlungsmaßnahmen, wie beispielsweise mobile Klimaanlagen. Außenliegender Sonnenschutz bringt nachweislich eine spürbare Verbesserung bei Sommerhitze. Er reduziert die Raumtemperatur um bis zu 10 °C gegenüber unbeschatteten Räumen. 

Was wird gefördert?

Um die Förderung zu bekommen, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Die nachzurüstenden Gebäude müssen Wohnungen in Eigentum oder Miete in Wien und mehr als 20 Jahre alt sein. Eigenheime, Kleingärtenwohnhäuser, Reihenhäuser und Geschäftslokale werden nicht gefördert.
  • Die Rechnung und je nach Vorgabe in bestimmten Fällen auch ein Qualitätsnachweis müssen in der MA50 vorgelegt werden.

Geeignete Sonnenschutzeinrichtungen sind:

  • ohne Nachweis: Rollläden und Lamellenbehänge (Jalousien)
  • mit Nachweis: Fassadenmarkisen, wie außenliegender textiler Sonnenschutz, die einen Gesamtenergiedurchlassgrad gtot* ≤ 0,14 aufweisen jeweils in Verbindung mit Zwei- oder Dreifachverglasungen oder Kastenfenstern. Ist der gtot-Wert nicht verfügbar, kann auch ein Abminderungsfaktor Fc ≤ 0,23 herangezogen werden.

* Erklärung Gesamtenergiedurchlassgrad gtot: Der gtot-Wert gibt an, wie viel von der auf eine Verglasung in Kombination mit einer Sonnenschutzvorrichtung einstrahlenden solaren Energie in den dahinterliegenden Raum abgegeben wird.
 

MieterInnen müssen die Zustimmung des Hauseigentümers einholen.

Balkon mit Sonnenschutz an Fenstern

Wie viel Förderung gibt es?

MieterInnen, Nutzungsberechtige und EigentümerInnen einer Wohnung im mehrgeschossigen Wohnbau  und Wohnungen von Wiener Wohnen oder gemeinnützigen Bauvereinigungen erhalten im Zuge von Wohnhaussanierungen einen Zuschuss von 50 % der Kosten oder maximal 1.500 Euro pro Wohneinheit. Die Aktion läuft bis Ende 2025. Die Wohnbaustadträtin rechnet mit einem Fördervolumen von sechs Millionen Euro. Sollte die Nachfrage allerdings größer sein, will man den Betrag aufstocken.

Weitere Informationen: https://www.wien.gv.at/amtshelfer/bauen-wohnen/wohnbaufoerderung/foerderungsantraege/sonnenschutz.html

Niederösterreich zieht mit

Neben Wien fördert auch das Land Niederösterreich Verschattungsmaßnahmen. Im Rahmen der „blau-gelben Wohnbaustrategie“ gibt es für passiven Sonnenschutz ein zusätzliches Förderdarlehen von bis zu 1.500 Euro.

Die Förderkriterien sind:

  • Förderbar sind Rollläden, Raffstores, Senkrechtmarkise oder Fensterläden, die zweckmäßigerweise automatisch steuerbar sein müssen, damit auch bei Abwesenheit eine Überwärmung vermieden werden kann.
  • Alle Nord-Ost bis Nord-West ausgerichteten Fenster bzw. Dachflächenfenster von Aufenthaltsräumen müssen mit einem außen liegenden, elektrisch betriebenen, beweglichen Sonnenschutz ausgestattet sein. Dieser muss unabhängig von der Anwesenheit von Personen verwendbar sein (z.B. Zeit- oder Strahlungssteuerung)
  • Der Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung inkl. Sonnenschutz darf einen gtot-Wert von 0,15 nicht überschreiten. 

Weitere Informationen: https://www.wohnservicenoe.at/ehs-ergaenzungen-fuer-behaglichkeit

Welche Sonnenschutzprodukte sind für die Verschattungsoffensive geeignet? 

Rollläden und Raffstores

Sowohl Rollläden als auch Raffstores entsprechen den Anforderungen der Förderaktionen. Bei ihnen ist kein Nachweis über den Energiedurchlass erforderlich.
Rollläden eignen sich von Haus aus gut zum Nachrüsten, da sie wenig Platzbedarf haben.
Aber auch bei den Raffstores gibt es geeignete Varianten mit geringer Kastenhöhe.

Textiler Sonnenschutz

Textilscreens haben den Vorteil, dass sie idealen Sonnenschutzeigenschaften mit sich bringen und zusätzlich ausreichend Tageslicht in den Innenraum für eine natürliche Raumatmosphäre einfallen lassen. Für textilen Sonnenschutz ist im Rahmen der Förderaktion ein Nachweis über den Energiedurchlass erforderlich.

Die ab März 2020 in unserem Programm neu geführten Textil Screens bringen den Vorteil mit sich, dass sie überaus wenig Platz bei der Nachrüstung brauchen. Zusätzlich sind sie sehr windstabil. Der für die Förderung erforderliche Nachweiswert kann durch eine optimale Kombination von Gewebe und Fensterart erreicht werden.

Lassen Sie sich am besten von unseren kompetenten Fachhändlern passend zu ihrer individuellen Wohnsituation beraten.
 

Fenster mit Rollläden gegen Wärme
Fenster mit Jalousien gegen Hitze
Schlafzimmer mit textilem Sonnenschutz gegen Hitze

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